Traumzeit Festival

Traumzeit Festival  //  Das ehemalige Hüttenwerk in Duisburg - ein Ort, wie geschaffen für ein Festival, das verschiedene Elemente und Klänge zeitgenössischer Musik befeuert, verschmilzt und verdichtet. http://www.traumzeit-festival.de

Jul 4 / 2:23am

Traumzeit Festival 2011 - Tag Drei

Eine Frau am Bass - Burmesen und Europäer vereint - Hauptstadt-Dandys und Drumfeuerwerk - Der Sonntag bei der Traumzeit.

_7035606
Igmar Thomas & The Cypher, das sind Trompetenklänge von Igmar Thomas, Ezra Brown am Saxophon, Dana Hawkins am Schlagzeug, Earl Travis am Bass und Lawrence Fields am Piano. Die aus den USA stammenden Musiker spielen komplexen Jazz, bei dem man die Arme in die Luft reckt und mit dem Kopf nickt. Denn mit special guest Raydar Ellis stürmt ein Rapper die Bühne, der für jede Menge Bewegung sorgt.Raydar Ellis hat bei seinem Auftritt einbreites Grinsen im Gesicht und verströmt gute Laune: "When i say 'Can i kick it?' you say 'Yes, you can!" Natürlich kann er. Er verlässt die Bühne und läuft durch die erste Reihe des Publikums in der Gießhalle. Igmar Thomas & The Cypher plus Raydar Ellis überwinden Grenzen, nicht nur musikalische! :-)

 

Um 18: 15 Uhr kommt Esperanza Spalding auf die Bühne in der Kraftzentrale. Der Auftritt, präsentiert von RWE ist sicherlich eines der absoluten Highlights der diesjährigen Traumzeit. Sie ist klein und zierlich. Der Bass ist ein gutes Stück größer als sie, sie scheint hinter ihm zu verschwinden. Doch sie beherrscht das wuchtige Instrument so gut, dass ihre spielerische Leichtigkeit ihn kleiner erscheinen lässt. Mit Unterstützung von Geige, Bratsche, Cello, Schlagzeug und Klavier, sowie Leala Cyr als Chor erfüllt die Amerikanerin die Kraftzentrale mit wunderchönem Gesang und warmer Stimme, wobei sie wie wild in freier Improvisation durch die Oktaven schnellt nur um im nächsten Stück wieder poppig-verträumt zu klingen. Wie sie mit ihren Ansagen in die nächsten Stücke "hineinsingt" ist zauberhaft. Man ist wie gebannt bei ihrem Auftritt.

 

_7035614
In der Gießhalle kommt es zum großen Abschlusskonzert des Myanmar-Schwerpunktes der Traumzeit 2011: Myanmar meets Europe. Tim Isfort dankt allen Unterstützen, die das Projekt möglich machten: Daphne Wolf (die in Myanmar lebt, die Musik dort studiert und geholfen hat, die Instrumente zu exportieren, sie hilft bei der Traumzeit auch als Übersetzerin), dem Goethe-Institut, der deutschen Botschaft in Myanmar und Olaf Reifegerste aus dem Festivalbüro, der ein schönes Erlebnisprogramm für die Burmesen zusammengestellt hat. So erfahren wir, dass sie auch SChnitzel mit Sauerkraut gegessen haben. Auch erfahren wir in dem Zusammenhang, den wir jetzt nicht weiter verfolgen, das "Toilette" in Myanmar "Das schöne Haus" heißt! :-) Nachdem das Eröffnungsstück gespielt wurde ("Das kann bei burmesischen Festen schon mal eine Stunde lang gehen, das wollten wir Ihnen dann heute nicht zumuten.", Trompeter Markus Türk) gab es ein Stück aus einem burmesischen Film. Ein sehr schnelles Stück bei dem man über die Leinwand verfolgen kann, mit welcher Kunst- und Fingerfertigkeit die exotischen Instrumente gespielt werden. Wie gut diese zu den hiesigen westlichen Instrumenten passen, wird bei dem Zusammenspiel dieses Konzertes deutlich. Gitarrem Klavier, Schlagzeug - all das kommt in der traditionellen burmesischen Musik nicht vor. Hier enstand ein ganz neuer Sound, voller Energie und Kreativität. Ost und West ergänzten sich prächtig und führten zu einem erstaunlichen Klangerlebnis. Europe meets Myanmar - hoffentlich nicht zum letzten Mal.

 

Alec Empire kommt aus Berlin und Patrick Wolf aus London. In Duisburg auf der Traumzeit finden sie sich für ein Konzertschauspiel der Extraklasse zusammen.Ein bollerndes, donnerndes Intro in den Kraftzentrale führt in den exzentrischen Gesang Patrick Wolfs. Exzentrisch ist das Adjektiv für den Multiinstrumentalisten aus England. Ihn hält es nicht auf einem Platz. Er schnappt sich sein Mikro, springt über die Wohnzimmerbühne, singt aus dem Sessel, kippt Stühle um...Überhaupt hat es ihm die ganze Theater-Dekoration sehr angetan. Vor allem die Tür-Attrape, die er umwirft, sich dort hineinlegt, um von dort weiterzu singen. Auch hüpft er auf seinen schwarzen Flügel und lässt ihn daruch erklingen, dass er mit den Hinter auf die Tasten hüpft. Währenddessen sorgt Alec Empire für druckvolle Sounds. Er schraubt und dreht meisterhaft an seinen Musik-Werkzeugen. Es klingt nach Elektro-Punk und auch nach Techno, auf jeden Fall clubtauglich und tanzbar!

 

_7035623

Das Abschlusskonzert (es erfüllt uns mit Wehmut!) geben hundreds. Das Geschwister-Duo hat sich Unterstützung mitgebracht. Unter anderem Tim Neuhaus (der am Nachmittag auch auf der Bühne am Gasometer auftrat) am Schlagzeug. Hundres bieten Elektropop mit jede Menge Schlagbeat. Die Drums zwingen einfach zum tanzen. Auch Sängerin Eva tanzt wie ein Derwisch über die Bühne zwischen ihren Gesangseinlagen. So ist sie bei ihren Ansagen ganz schön außer Atem. :-) Sie besticht durch wunderschönen kühl-eindringlichen Gesang, der an Beth Gibbons von Portishead erinnert. Melancholisch, sehnsüchtig und doch hoffnungsvoll - wunderbar. Ein perfekter Abschluss für drei tolle Tage Traumzeit!

Wir danken jetzt schonmal allen Besuchern, Künstlern, Organisatoren, Sponsoren und Helfern, die die Traumzeit 2011 wirklich eine traumhafte Zeit werden ließen!!! Wir freuen uns auf das nächste Jahr!

 

Jul 3 / 3:08am

Traumzeit Festival 2011 - Tag Zwei

Der Traumzeit Samstag:

DeVotchka, Bernhoft, The Weakerthans, Bauchklang, Amiina, Traumtanz

Wieder Wetterglück gehabt, wieder jede Menge abwechslungsreiches Programm :-)

_7025537

Zum Start in den Tag gibt es DeVotchka aus den USA. Sie sind einfach cool. Wie ein Soundtrack von ihnen klingt haben die Balkan-Bolero-Folk-Mariachi-Rock'n'Roller schon bei der Indieperle Little Miss Sunshine gezeigt. DeVotchka pflegen einen ganz eigenen Rock'n'Roll, wo dann auch schon mal ein Sousaphon und ein Kontrabass mit einbezogen werden.Dazu Nick Uratas nuschelnde, flehende Stimme. Die Multi-Instrumentalisten-Band, deren Namen übrigens aus Anthony Burgess' Klassiker "Clockwork Orange" abgeleitet ist und "junges Mädchen" bedeutet, verströmt pure Eneregie.

_7025553
Auf der Außenbühne spielt um 18 Uhr Bernhoft. Der wunderbare Jarle Bernhoft. Aus Norwegen. Mit Nerdbrille, Rockabilly-Tolle und Weste ist er schon optisch ein interessanter Typ. Das Publikum erlebt eine einzigartige One-Man-Show und lässt sich mitreißen. Klatschend und tanzend nimmt es Teil an Bernhofts bluesig-souligen Stücken. Ein lustiger Typ, ein begnadeter Entertainer und ein einnehmender Musiker dessen Stimme an die von Adam Levine von Maroon 5 erinnert.. Bernhoft macht einfach gute Laune! Als Zugabe gab er noch eine Coverversion von Tears for Fears' "Shout" zum Besten.

_7025556
Gepflegten handgemachten Indierock fabrizieren dann The Weakerthans in der Gießhalle präsentiert von Siemens. Interessante und auch nachdenklich stimmende Texte stehen hier neben charmantem bis deftigem Gitarrensound. "Wirklich nett", denkt man zu Beginn. Aber da kommt mehr. Die Texte sind wert, genauer hinzuhören (Wie still es war bei "I hate Winnipeg"...). Die heute alle in Karohemd gewandten Musiker aus Kanada machen vor, wie guter melancholisch-alternativer College-Rock klingt. Sympathisch sind sie obendrein. Ein Mann vom Ton-Team hat am Konzertabend Geburtstag und die Weakerthans haben eine Torte dabei, die sie ins Publikum geben und von einem weiblichen Fan zum Technik-Team bringen lassen. Eine schöne Geste!

_7025568
Ein absolutes Erlebnis ist das Konzert von Bauchklang aus Österreich. Ihre Instrumente sind ihre Stimmen und das Mirkofon. A-Capella mal anders. Mit Beatboxing und mouth percussion. Interaktion mit dem Publikum wird groß geschrieben. Es darf nicht nur mitsingen, tanzen und klatschen. Nein, die Stimmakrobaten bitten Leute aus dem Publikum auf die Bühne. Hier zeigt sich vor allem der kleine Adrian als Riesentalent. Vorab hat er schon ordentlich vor der Bühne mitgetanzt, jetzt darf der ca. 6jährige selbst ans Mic. Und das nutzt er dann auch und zeigt wie ein Beatboxer von morgen aussieht. Er ist kaum zu bremsen und begeistert die Massen.

Ganz prima zum entspannen und runterkommen liegen in der Gebläsehalle unten Liegestühle und RWE-Fatboys aus,  die zum entspannen einladen. Vor dem Auftritt von Bohren und der Club of Gore spielt dort der wunderbare Kai Schumacher am Klavier. Augen schließen und schwelgen.

_7025576
 Amiina nennt sich das vierköpfige Frauen-Streichquintett aus Island. In der Gießhalle sorgen sie für träumerische Klänge.Manchmal klingen sie sogar zerbrechlich. So fein und zart sind sie. Nun als eigenständige Gruppe unterwegs arbeiteten Amiina vorher mit Sigur Rós zusammen. Jetzt spielen sie eigene Kompositionen und nutzen neben Streichinstrumenten aus ungewöhnlichere wie Glockenspiel oder singende Sägen. Schnell versinkt man in diese Musik, sie trägt einen hinfort. Wunderschön!

Traumtanz

Die Duisburger Clubszene ist nicht die größte. Sie hat es momentan auch nicht leicht in der Stadt. Um so wichtiger ist es zu zeigen, was für Möglichkeiten es hier gibt und sich zusammenzuschließen. Die Traumtanz-Clubnacht ist der Schulterschluss von Steinbruch, Baba su, Goldengrün und DJÄZZ und bittet zum Tanz im Gebläsehallen-Komplex. Auf drei Ebenen gibt es Elektro, Funk, Techno, Jazz, Indie uvm. Die verschiedensten DJs führen die Traumzeit-Idee auf die Tanzflächen: musikalische Offenheit, denn die "Traumzeit ist eine Entdeckungsreise in eine Welt aus Klängen, Songs und Experimenten". Diese Reihe wird schönerweise auch nach der Traumzeit fortgesetzt!

(download)

Jul 1 / 6:20pm

Traumzeit Festival 2011 - Der erste Tag "Duisburg ist mein Schwarzwald!"

Was für ein Auftakt! Was für ein Tag! Sogar das Wetter hat mitgespielt!! Hat es vorher die ganze Zeit geregnet, war es pünktlich zur Traumzeit trocken mitunter sogar sonnig! Drücken wir die Daumen, dass es so bleibt! Schnell hier noch in die Tasten hauen. Es ist zwar schon spät, oder eher: früh, aber die Gedanken wollen raus. War das toll. Oh yeah, baby! Der Reihe nach.

Eröffnung durch RWE-Vorstand Bernd Böddeling

Feierlich eröffnet wurde die Traumzeit 2011 von Oberbürgermeister Adolf Sauerland und Professor Klaus Schäfer, Staatssekretär im Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur. Als letzter Redner und somit als "der Letzte, der Sie vom Buffet abhält" trat Herr Bernd Böddeling von RWE ans Mikrofon. Das Unternehmen, dass den Caribou-Auftritt am Abend präsentiert und sowieso ein starker Partner und Unterstützer des Festivals ist, zeigt sich erneut als Förderer der Kultur. Herr Böddeling hatte im Anschluss noch das Vergnügen der Gewinnerin der Coolibri-Verlosung ihren Fatboy zu überreichen. "Ich habe mich ja schon anfangs gefragt, was das sein soll, ein FATboy..." sagte er schmunzelnd mit Blick auf das bequeme, knautschige blaue Riesenkissen. Er ließ es sich dann auch nicht nehmen, sich mit der Gewinnerin in den Fatboy hineinzusetzen.

 

Die Konzerte - ein jedes so ganz anders

Ab zum ersten Konzert in die Gießhalle. Da musiziert Yaron Hermann schon an seinem Flügel. Der ist ganz versunken in sein Spiel, ist tief über die Tasten gebeugt. Sein ganzer Körper spielt mit. Der edle Flügel bietet einen super Kontrast zur Industriekulisse.Das Publikum lauscht seinen sanften klängen mit teilweise geschlossenen Augen, gehen mit der Musik mit, wie der klasse Pianist selbst.

Auf der Bühne am Gasometer hauen die Schlagwerker von Bubble Beatz den besuchern ihre Rhythmen um die Ohren. Mit freien Oberkörpern sind sie wahre Musikathleten, die ihre Percussionkünste zeigen. Wow, ist das laut. Dazu die Lichteffekte...Genial.

Hinüber in die Kraftzentrale. Die Bühne ist hier ein kleines Wohnzimmer mit Kronleuchter. Das Publikum kann drumherum sitzen. Eine gute Idee. Das erste Konzert hier ist ein Knaller: Mike Stern Band. Echter Rock, echter Blues, echte Genies! Einfach ein wahnsinnsguter Gitarrist, der Mike. :-) Dazu noch der Teufelsgeiger Didier Lockwood - das ergibt ein spitzenmäßiges Konzert!!

Locationwechsel: Im Foyer der Pumpenhalle spielt Nils Koppruch. Wunderschönes Ambiente auch hier. Und wieder passend zu Musik. Der Singer- und Songwriter macht einen überaus sympathischen Eindruck und macht auch launige Ansagen. Als es aus dem Publikum "Huuh" tönt (Wohl ein Begeisterungsruf), fordert Koppruch: "Nochmal!" Darauf erfolgen schon zwei "Huuhs". Koppruch trocken: "Das könnte eine Massenbewegung werden!" Hahaha.Folk- und Country-Einflüsse sind hörbar in den tollen lakonischen Songs. LIKE!!

Wieder zurück in der Gießhalle gibt es dann ein Wiedersehen mit den Burmesen und dem Hsaing Waing Ensemble Hein Tint, die jetzt alle traditionell gekleidet sind. Sie stellen sich vor und bedanken sich für die Einladung. Vorab wurden Kurzfilme aus Myanmar gezeigt. Der Kulturaustausch geht hoffentlich nach der Traumzeit weiter! Erneut faszinieren die fernöstlichen Instrumente und Klänge. Das Publikum in der Gießhalle reagiert erstaunt über die Künste der Burmesen auf dem Trommelkreis, der Oboe, den Gongs oder Becken. Schon unglaublich, wie sie ihre Instrumente beherrschen.

Wir sind auf der Traumzeit, dem "Schmelzofen der Musik". Da laufen an einem Tag Konzerte, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. In der Kraftzentrale spielen Caribou, präsentiert von RWE. Ob Daniel Snaith deswegen blaue Socken anhat? ;-) Kaum hat die Formation die ersten Klänge angestimmt tanzen die Leute auch schon drauf los. Die offene Bühne bietet eine angenehme Nähe. Findet auch Snaith: "It's great to have you all so close to us. Feel free to come even closer if you like." Caribous elektronische Sounds sorgen für ordentlich Paaarty in der Kraftzentrale. Clubfeeling. Super!

Nach diesem Brett geht es erneut in das Foyer der Pumpenhalle. Dort wird auf Daniel Kahn gewartet. Die Zeit überbrücken unsere Conferenciers Thommie und Klaus. Als Daniel Kahn mit seinen painted birds kommt, schaut er sich in der Pumpenhalle um und seuftzt: "Ich komme aus Detroit, deswegen mag ich das hier. Eine leere Fabrik. Wenn die Leute immer reden, vom Schwarzwald oder so...DAS hier ist MEIN Schwarzwald." Applaus!! Kahns Mischung aus jiddischen und politischen Liedern, gepaart mit interessanten Ansagen und Anekdoten ist einfach so gut!

Was völlig anderes kommt in der Gießhalle auf die Bühne: Mogwai. Whamm, was für eine Power! Wieviele Gitarren haben die Schotten eigentlich dabei? Egal, es lohnt sich jede einzelne. Was für ein Klanggewitter. Der Hammer. Absolut treibend geht das in die Beine. Dazu muss man sich einfach bewegen. Irrer Sound! Super!!

Wieder einen schönen Gegenpol bietet das letzte Konzert des Tages: Ólafur Arnalds. Auch er am Klavier und auch hier ein paar spaßige Ansagen. "Is it true this stage is like a living room? And there is one looking like a kitchen? Well, better we play here than in the kitchen. Or the toilet!" Mit Unterstützung von Streichern spielt er Arrangements, die sowas von berührend sind, dass es einem wiklich ganz Nahe geht. Einfach nur wunderschön!

Die Verfasserin dieser Zeilen hat es fast geschafft alle Bands zu erleben. Leider hat sie nur einen Hauch von Cyro Baptista mitbekommen. Als er Musik auf einem Instrument machte, dass aussah wie ein Waschbrett. Klang abgefahren. Morgen ist das Programm noch voller. Da heißt es: wählen. Wahl  & Qual liegen manchmal eng beieinander.

Es war ein fantastischer erster Tag. Jetzt braucht's aber ein wenig Schlaf. Bilder werden morgen hinzugefügt! Gute Nacht und bis morgen!

Jun 30 / 6:16am

Wir kleben an den Noten!

Der letzte Eintrag vor Festivalstart (jip, jip, jip baaaaaaaaaaaaaald) berichtet von den Proben im Hüttenmagazin mit anschließendem Werkstattgespräch.

Düdeldüdeldeüdel...tönt es schon am Eingang des Landschaftsparks. Es sind laute und treibende Klänge, die da aus dem Hüttenmagazin kommen. Im oberen Stockwerk probt Tim Isfort mit den Burmesen. Markus Türk an der Trompete und Anna Paceo am Schlagzeug sind auch mitdabei. Sie proben Eigenkompositionen, traditionelle burmesische sowie auch deutsche Volkslieder. Trotz zweier Dolmetscher ist die Verständigung nicht immer leicht: "Die Sprache der Musik ist momentan die Lösung", so Isfort. Die Musiker versuchen die asiatische Kultur mit ihren westlichen Einflüssen zu verbinden. Daphne Wolf, die die Musik Myanmars studiert und auch als Übersetzerin einspringt, erklärt den Aufbau des Ensembles: Es gibt Gong, Trommelkreise und Oboe, die für die Melodie verantwortlich zeichnen und Trommeln und Becken für den Rhythmus.

Ein burmesisches Stück über eine Bootsfahrt wird das erste Mal angespielt. So ganz harmonisch ist das natürlich nicht sofort. "Die Burmesen improvisieren viel. Wir kleben mehr an den Noten", macht Isfort den Unterschied deutlich. Außerdem haben die Musiker aus Ost und West ganz andere Bilder und Assoziationen zu der im Lied dargstellten Bootsfahrt. Dann wird der Spieß umgedreht und die Burmesen spielen ein deutsches Volksstück: "Mein Hut der hat 3 Ecken". Was dabei herauskommt ist einfach, wir müssen es so sagen, genial. Das klingt voll schräg. Zu Beginn sehr getragen, fast schon sehnsüchtig jazzig. Dann aber wirbeln alle los und reißen alle mit. Wie da die Hände über die Instrumente fliegen ist ein Wahnsinn.

Ein Einblick:

(download)

 

Jun 27 / 12:10pm

WILLKOMMEN!

Jeder, der gern fremde Länder bereist kennt sie. Diese Aufregung und Neugier auf das Neue und Unbekannte.Wir sind sehr gespannt auf unsere Gäste aus Fernost und die wiederum garantiert ebenso neugierig auf uns. Gestern Abend wurden uns folgende Bilder geschickt:

(download)

Unsere burmesischen Musiker auf dem Weg zum Flughafen. Fast 20 Stunden Flugzeit später landen sie über Bangkog und Frankfurt dann in Düsseldorf, wo wir sie in Empfang nehmen. Erstmal ohne Koffer. Mit Hilfe des Übersetzers Gunnar aus Berlin (gar nicht so leicht jemand zu finden, der burmesisch spricht) wird das Gepäck aber schnell nachgeholt. Sie seien gar nicht müde, sagen sie und schütteln freundlich die Hände. Nur um die Instrumente seien sie besorgt. Die sind aber wohlbehalten schon im Landschaftspark angekommen. Die sechs Burmesen lächeln geduldig in unsere Foto- und Videokameras.

Damit das aber alles am ersten Tag hier in Deutschland nicht zu viel wird, geht die Fahrt erst einmal ins Hotel. Auf der Fahrt zeigt man sich erfreut über das fantastische Wetter, in Mynmar habe es zuletzt viel geregnet. Es gibt erste Blicke auf den Rhein. Im Hotel zeigen sich dann die kleinen kulturellen Unterschiede. Tim Isfort bespricht mit der Rezeptionistin die Essgewohnheiten der Gäste: "Sie essen halt viel Reis." Das sei kein Problem, den stelle man beim Buffet einfah immer dazu, so die Antwort. Die Musiker haben ein Appartment mit eigener Küche. Mit einem elektrischen Herd sind die Männer nicht vertraut. Auch das wird Gunnar mit ihnen schnell regeln. Als wir unsere Gäste dann zu Ruhe kommen lassen wollen und uns erstmal verabschieden, kommt die Hotelangestellte nochmal und fragt: "Wie geht das mit dem Reis eigentlich? Kocht man den jetzt für sie ganz normal mit Salz, oder ohne?" Die kleinen aber feinen Unterschiede. Spannend.

(download)


 Am Nachmittag geht es dann in den Landschaftspark. Zu den Instrumenten. Ein Team des WDR-Kulturmagazins west.art ist auch dabei. Bevor es ans auspacken geht, schauen sich die Musiker die Bühne in der Gießhalle an. Der kleine Ausschnitt, den sie so vom Landschaftspark bekommen, macht schon mal ziemlich Eindruck.

(download)
Im Hüttenmagazin werden dann die vier großen Holzkisten mit dem Brecheisen aufgestemmt. Die Instrumente sind in jede Menge Schutzfolien und Papier eingepackt. Da anfangs keine Schere zu Hand ist, werden die lästigen Plastikschnüre mit dem Feuerzeug abgeflemmt oder mit anderen Instrumenten (scharfe Beckenkanten erweisen sich hier als sehr nützlich) abgeschnitten. Die Burmesen sind in ihrem Element und bauen eifrig ihre Instrumente auf. Dabei gehen sie die ganze Zeit sehr unbekümmert mit den Kameras um, die sie beobachten. Sie agieren, als gäbe es die Filmapparate nicht. Eine wahre Theaterkulisse entsteht im Hüttenmagazin. Ein Traum aus Gold. Unser Übersetzer Gunnar zeigt sich beeindruckt: "Diese Instrumente sehen ja archaisch aus. Die haben sich bestimmt die letzten Jahrhunderte nicht verändert." Das ist auch das Schöne daran. Diese Musik hat ganz eigene Wurzeln und Traditionen. die von Generation zu Generation weitergereicht werden.

(download)
Der erste Tag mit unseren Gästen ist fast rum, aber dennoch sagen wir es nochmal:

Von uns allen ein fröhliches Mingalabah (Guten Tag) an unsere Gäste!!

 

Jun 25 / 8:58am

Thommie & Klaus und ihre Traumzeit-Expeditionen

Bald heißt es raus aus dem Schlafsack und ab ans Mikro, vor und unter die Leute! Auf dem Traumzeit Festival ist unser Moderations- und Interviewduo Thommie und Klaus unterwegs. Ihren täglichen Videoblog kann man dann unter http://harmoniemedia.tumblr.com/ verfolgen. Hier schon einmal der Trailer:

Jun 22 / 2:37am

Traumzeit Festival - Das Drumherum

Das wichtigste an der Traumzeit ist natürlich das erstklassige Line-up. Ganz klar. Aber das Besondere am Duisburger Festival ist auch die Atmosphäre vor Ort und das Programm neben dem Programm. Gerade dieses Jahr haben wir einige neue Ideen umgesetzt, die wir hier insgesamt noch einmal vorstellen möchten:

Traumtanz am 2. Juli ab 22 Uhr

In Zusammenarbeit mit vier ausgewählten Duisburger Clubs - Steinbruch, Djäzz, babaSU und Goldengrün - wird es in diesem Jahr erstmals den TRAUMTANZ geben. Die vier Lokalitäten gestalten das kulturelle Leben in Duisburg maßgeblich mit, sie beteiligen sich auch an der Reihe „Traumzeit unterwegs“ und gestalten nun die Clubnacht im Gebläsehallen-Komplex des LaPANo mit. Elektro, Funk, Techno, Latin, Balkan Beats, Jazz, Indie sind die Komponenten mit denen in jener Nacht eingeheizt werden wird. Die Namen der DJs sind keine unbekannten und lauten u.a.: Till-O-Mat, Philipp Brinker, Señor 45, Dirk Muskatewitz, Elektra Ursula, Ben Bonitempi, Kai Schumacher, Marecco Marocco, Silberfuchs Connection oder Punto Cubano Salsa.

Übrigens: Alle Traumtänzer dürfen sich die beiden Konzerte von Amiina und Trio aXolot für lau ansehen. Beginn ist um 23 Uhr in Gießhalle und Kraftzentrale.

Tickets (8 Euro) sind im VVK in allen beteiligten Clubs erhältlich.

Hebebühne: Fünf Euro für einen herausragenden Ausblick, fünf Euro für den guten Zweck

Dem Treiben für einen Moment entschweben, sowohl das Festival als auch die Landschaft von oben betrachten – auch das geht während der Traumzeit: Die Firma Gerken bietet den Besucherinnen und Besuchern der Traumzeit die Chance, den Landschaftspark Duisburg-Nord aus der luftigen Perspektive kennen zu lernen und dabei gleichzeitig etwas zur Förderung von Kindern zu tun. Hauptdarsteller ist ein großer Steiger mit Arbeitsbühne, der gegen eine Spende von 5 Euro pro Person Besucherinnen und Besucher gut gesichert in den Himmel hebt.

Click here to download:
110620a_TZ-Postk-Gerken.pdf (2.84 MB)
(download)

E-Bike-Parcous/ -Simulator und -Tour

Die neue Leichtigkeit des Radelns erlebt man durch die Nutzung von E-Bikes. Vor der Gießhalle werden RWE-E-Bikes bereit stehen und ihr könnt euch in einem Parcours auf den neuen modernen Drahteseln erproben. Es gibt auch die Möglichkeit sich in einen Simulator zu setzen und seine Geschicklichkeit zu testen. Außerdem bietet sich die Möglichkeit zu geführten E-Bike-Touren. Freut euch auf diese zeitgemäße und vor allem klimaschonende Ergänzung zum Stadtverkehr! Das beste: die Nutzung der Angebote ist kostenfrei!

(download)
So sehen sie aus, die E-Bikes von RWE

Traumzeit Bus erfüllt Innenstadt mit Traumsound

Ab Montag, den 27. Juni geht die Traumzeit mitten in die Stadt Duisburg! Dort machen wir schön auf uns aufmerksam, indem wir unseren schicken 60er Jahre Präsident-Bus auf die Königstraße vor dem Forum stellen. Er wird umfunktioniert zum Infomobil, Ticketvorverkauf und Tonanlage, denn es wird natürlich auch musikalisches Programm geben, wie es sich für ein Festival gehört! Das gibt einen Traumsound für eine Traumzeit! Das Programm sieht bis jetzt wie folgt aus:

Montag, 27.06.

16:30 - 18:00 Jim Campbell (Tape-DJ),

Dienstag, 28.06.

11:30 - 13:00 TARNMATROSEN

Mittwoch, 29.06.

11:30 - 13:00 Stefan Mühlenkamp (Drums) 

15:00 - 16:30 Trio Vanguard (T. Käseberg- sax, G. Bleckmann - bass, P. Härtel - drums)

16:30 - 18:00 Gigi Disco

Donnerstag, 30.06.

11:00 - 13:00 Philippe Micol - sax, Matthias Dymke - piano, Markus Osthoff - perc

15:00 - 16:00 David Alcantara - guitarra

16:00 - 18:00 Sascha Bertonçin (DJ-Set)

Freitag, 01.07.

11:30 - 14:00 Jim Campbell (Tape -DJ) if possible & Andre Meisner - sax

Hinkommen, einstimmen lassen, mitfeiern.

Danach wird der Bus zum Shuttle zwischen Hauptbahnhof und Landschaftspark.

Shuttle-Service

Ein Shuttle-Service steht am Duisburger Hauptbahnhof bereit, um euch, liebe Traumzeitler, energiesparend, effektiv und unproblematisch hin und her zu chauffieren. Der Bonbon ist sicherlich der Präsident-Bus, ein echter Old-Timer, der wunderschön anzusehen ist. Die Busse fahren vor dem Duisburger Hauptbahnhof ab. Habt ihr den HBF im Rücken, dann wendet euch nach schräg, links. Ein Strandkorb und ein Traumzeit Banner weisen den Abfahrtpunkt. Die Taktung ist halbstündlich, die Zeiten lauten wie folgt:

Freitag, 01. Juli von 17 bis 1 Uhr
Samstag, 02. Juli von 15 bis 5 Uhr
Sonntag, 03. Juli von 15 bis 1 Uhr

Camping & Frühstückscafé

Im Zelt übernachten und das Festival-Flair keinen Augenblick lang missen, das geht in diesem Jahr. Auf dem Gelände des Ingenhamshofes, einem Lernbauernhof in unmittelbarer Nähe, ist ein Wiesengelände genau für diesen Zweck vorgesehen. Ein Dusch-Container steht direkt auf dem Gelände sowie Chemietoiletten, aber auch die Toiletten des Ingenhamshofes stehen zur Verfügung. Morgens gibt es einen kleinen Frühstücksservice: Herzhafte Stullen und frisch gebrühter Kaffee werden gegen ein kleines Entgelt ausgegeben.

Ausstellung mit Live- und People-Fotografie

Von Anfang an, also seit 15 Jahren ist Diplom-Foto-Designer Volker Beushausen mit seiner Kamera bei der Traumzeit dabei und fängt die tollsten Momente ein. Neben seinen hervorragenden Konzertaufnahmen lädt er auch immer wieder Künstler zu atmosphärischen Shootings vor die spektakuläre Industriekulisse. Eine Auswahl seiner Arbeiten wird während der Traumzeit zu sehen sein.


T-Shirts "Traumshirt"

(download)

So sehen sie aus, die Traumzeit-Shirts, die während des Festivals erhältlich sind. Blau mit weißem Aufdruck für den Herren, die Damen erhalten das Pendant als Girlie in weiß mit blauem Aufdruck. Zudem kann sich zwischen folgenden Prints entschieden werden: "Traumzeit Festival am Hochofen" oder aber das "Traumshirt".

Kosten: 14 Euro /Stück

Rahmenprogramm Myanmar

I. Traditionelles hsaing waing Ensemble (Konzert am 1. Juli)

Das Ensemble gruppiert sich um das typische birmanisache Trommelspiel: 21 Trommlen sind in einem kreisförmigen Rahmen angeordnet auf denen die Melodien gespielt werden.

II. Myanmar HMU GITAMEIT (2. Juli)

Das kleine Ensemble, bestehend aus einem 81 jährigen Slide-Gitarristen, einem Pianisten und einer Sängerin, zeigt auf faszinierende Weise, wie aus dem Westen stammende Instrumente in die birmanische Musikkultur integriert wurden.

III. Gemeinsame Traumzeit-Party - Birmanische PWE (2. Juli)

Im Rahmen der Traumzeit-Party wird mit den Musikern aus Myanmar die Nacht ducrhgefeiert - ähnlich der birmanischen pwe. Es darf gejamt werden!

IV. Harfenkonzert (3. Juli)

Der aus Mandalay stammende Harfenist Kyaw Myo Naing wird in einem Konzert die 16-saitige birmanische Bogenharfe saung kauk spielen.

V. Spezialprojekt "Myanmar meets Europe" (3. Juli)

Drei Musiker aus Myanmar treffen auf drei europäische Musiker - Lieder, Melodien und Spielweisen zweier unterschiedlicher Kulturen begegnen sich.

VI. Workshop und Vortrag

Die Musiker aus Myanmar führen ihre Instrumente vor und erklären die Spielart. Der Workshop richtet sich an das interessierte Publikum, an Musiker und Künstler.

Weitere Infos zum Myanmar-Programm-Special sind auf der Homepage www.traumzeit.de nachzulesen oder auch in diesem .pdf erhältlich:

Click here to download:
Traumzeit_2011_Myanmar_de_110517.pdf (2.26 MB)
(download)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jun 16 / 1:44am

Line-Up-Änderungen! Neuer Stargast bei der Traumzeit!

Die bittere Pille zuerst: Das Management von "Bill Evans/ Randy Brecker Soulbop featuring Medeski, Martin & Wood" hat den Auftritt bei uns völlig unerwartet und ohne nähere Begründung abgesagt. Sehr schade. Eine weitere Absage ereilte uns von "The Antwerp Gipsy-Ska Orchestra".

Doch unser nimmermüder künstlerischer Leiter Tim Isfort konnte für die Neubesetzung einen anderen großen Coup landen:

Bm_jc_2011_press01_stephen_sheffield

Branford Marsalis, einer der kreativsten und versiertesten Saxofonisten weltweit, gibt auf der Traumzeit die erste Chance die Musik seines neuen Albums "Songs of Mirth and Melancholy"  live zu hören. Marsalis beweist seine große stilistische Vielfalt in seinen Jazz-Alben, sowie mit seinen klassischen Einspielungen oder auch seinem Crossover Projekt "Buckshot LeFonque". Hier vermischt er Elemente des Jazz mit Rhythm and Blues und des HipHop. Beim Traumzeit Festival wird Marsalis am 2. Juli im Duo auftreten. Mit seinem langjährigen Pianisten Joey Calderazzo!

 

Final_portraits_phf-1by_deneka_peniston

Ebenfalls neu in unserem line-up sind "Igmar Thomas & The Cypher". Der Trompeter, Bandleader und Komponist Igmar Thomas bietet, verstärkt durch Rapper Raydar Ellis, den Jazz für das 21. Jahrhundert. Wie das Zusammenspiel zwischen Jazz und HipHop funktioniert und sich weiter entwickelt, zeigen Igmar Thomas & The Cypher am Sonntag! "Großartige und innovative Solisten, schwarze Traditionen und Spielauffassungen, eine unglaubliche Rhythmik, strikt in der Form und trotzdem tanzbar", so beschreibt Tim Isfort begeistert seine Neuzugänge.

 

Branford Marsalis & Joey Calderazzo

Samstag, 2 Juli 19 Uhr in der Kraftzentrale


Igmar Thomas & The Cypher

Sonntag, 3. Juli 17 Uhr in der Gießhalle


 

Jun 15 / 6:37am

Traumtanz Clubnacht - Der Flyer

Flyer_traumtanz_1

Wir lieben Drucksachen! Ihr auch? Einfach mal die Augen offen halten, wenn ihr das nächste Mal ins Goldengrün, das DJÄZZ, ins BabaSu oder den Steinbruch geht. Da liegen die Flyer aus und ihr könnt dort auch Traumtanz- und Festival Tickets im Vorverkauf bekommen!

Merkt euch den Termin auf jeden Fall vor: Die Traumtanz-Clubnacht steigt am 2. Juli ab 22 Uhr in der Gebläse- und Pumpenhalle im Landschaftspark Nord.

Mit dabei:

Ben Bonitempi - Philipp Brinker - Elektra Ursula - Dirk Muskatewitz - Marecco Marocco - Punto Cubano Salsa - Kai Schumacher - Senor 45 - Silberfuchs Connection - Till-O-Mat

YEAH!!

Flyer_traumtanz_clubnacht_2